Sonntag, 7. Oktober 2007

phnom penh

Da ich gerade auf mein Taxi zum Flughafen warte, dachte ich mir, ich nutze die Zeit um von meinem Aufenthalt hier in Phnom Penh zu erzaehlen.

Um in Kambodscha einreisen zu duerfen, braucht man ein Visum, welches man fuer 20 US Dollar am Flughafen erwerben kann. Mein Problem war nicht nur, dass mir ein Passfoto fehlte, welches man fuer ein Visum eigentlich braucht, sondern ich mir auch nicht ueber die 20 Dollar Gebuehr im Klaren war. Das Passfoto war halb so wild. Ein Dollar Strafe zahlen und man kommt auch so rein. Leider konnte man die 20 Dollar Gebuehr nicht mit Kreditkarte zahlen. Zu meinem Glueck lieh mir ein Amerikaner 20 Dollar, die ich ihm direkt nach einem Besuch beim naechsten ATM im Flughafen zurueckgab. Ich teilte mir dann auch das Taxi mit ihm in die Stadt.
Das Guesthouse, in welchem ich uebernachtete liegt ziemlich gut im Zentrum der Stadt. Die Stadt hat eigentlich kein richtiges Zentrum und alles, inklusive der Sehenswuerdigkeiten liegen verstreut in der Stadt. Mein Zimmer, 10 Euro fuer zwei Naechte, war ziemlich gut. Grosses Bett, eigener Fernseher und eigenes Bad. Das einzig stoerende war die grosse Hitze, die auch durch den Ventilator nicht zu baendigen war. Allgemein war es die zwei Tage hier sehr heiss. An beiden Abenden kam es jedoch zu einem ordentlichen Regenerguss.
Phnom Penh ist eine sehr arme Stadt. Armut ist heir allgegenwaertig und der Zustand der Stadt ist z.T. sehr schlecht. Die Gebaeude sind in sehr schlechtem Zustand und Muell stapelt sich in den Strassen. Am schlimmsten ist jedoch die Armut der Menschen. Dementsprechend billig ist Kambodscha fuer unsere Verhaeltnisse. Die meistgenutzten Fortbewegungsmittel sind Mopeds, Motos genannt, und Mopeds mit Anhaengern, Tuk Tuks. Die Strassen sind voll mit diesen Motos und Tuk Tuks und fuer eine Fahrt von ca. 5min zahlt man umgerechnet 20-50 Cent. Oeffentliche Busse gibt es angeblich auch. Gesehen habe ich keinen. Der Verkehr allein ist ein Besuch Phom Penhs wert. Wie sich die Motos, Tuk Tuks und Autos den Weg durch die ueberfuellten Strassen bahnen ist sehr unterhaltsam. Zahlungsmittel ist vorwiegend der Dollar, wobei man auch oft mit dem hiesigen Riel zahlt, da ein Dollar meist schon zu viel ist.
Sehenswuerdigkeiten gibt es nicht allzu viele. Am interessantesten sind die Zeugen des Pol Pot Regimes, einer Diktatur in Kambodscha in den 80er Jahren. So gibt es z.B. ein Museum, Toul Sleng, welches frueher eine Schule war und nach der Machtuebernahme der Khmer Rouge in ein Gefaengnis umgewandelt wurde, in welchem die Regimegegner festgehalten und gefoltert wurden. Ein weiteres, hartes Stueck Realitaet sind die sog. Killing Fiels, suedlich von Phnom Penh, in welchen ein Genozid mit mehr als 8000 Toten stattfand.
Weiterhin interessant sind das Independence Monument, der Royal Palace, das National Museum, zwei Maerkte und Wat Phnom, einem Huegel im Norden der Stadt, auf welchem man sogar Affen antrifft.
Touristen trifft man hier nicht allzu oft an. Nur an bestimmten Stellen, wie dem Flussufer, an welchem es viele Cafes und Bars gibt. Interessant fuer Touristen sind neben den allg. billigen Lebensmittel auch billige, gefaelschte Kleidung auf den zwei grossen Maerkten in Phnom Penh.
Die zwei Tage verbrachte ich vor allem mit Sightseeing und laufen durch die Stadt, was auch sehr interessant ist, da man so auch einige Ecken kennenlernt, die man ansonsten nicht sehen wuerde. Am zweiten Tag gab es am Nachmittag einen sehr heftigen Regenerguss, so dass ich mich in eine Bar am Flussufer setzte, wo ich zufaelligerweise den Amerikaner vom Flughafen wiedertraf und mit ihm ein paar Bier trank, waehrend es draussen fuer mehr als 2 Stunden schuettete.

Der Jetlag haelt sich gluecklicherweise immer noch in Grenzen, so dass ich den ganzen Tag unterwegs sein kann und erst gegen Abend muede werde.
Heute geht es mit Air Asia weiter nach Kuala Lumpur, was sicherlich ein sehr grosser Wechsel sein wird, von dem armen, billigen Phnom Penh, ins hochentwickelte Kuala Lumpur.

Und jetzt zur wichtigsten Erkenntnis des ganzen Aufenthalts hier in Phnom Penh. Es ist offiziell: Ich habe keinen einzigen McDonald's in dieser Stadt gesehen, auch keine anderen bekannten Franchiseketten! Ich kann es selbst kaum glauben!

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