Meine erste Station fuer mehr als zwei Naechte und auch die erste Station, in der ich in keinem Hostel oder Guesthouse, sondern privat wohnte. Bei meinem Cousin um genau zu sein, der seit ca. 20 Jahren in Bangkok lebt. Angenehm also, kein Hostel bezahlen zu muessen. Dafuer lag sein Haus etwas ausserhalb vom Zentrum der Stadt und ich musste immer mit Taxi und Skytrain in die Stadt fahren, was bei den oertlichen Preisen aber kein Problem war. Als Tourist wollen die Taxifahrer einen zwar meist uebers Ohr hauen, wenn man aber auf das Taxameter besteht, kann man sicher sein, zum richtigen Preis ans Ziel zu kommen. Der neue Flughafen in Bangkok, Subvahumi, ist eine Attraktion an sich. Das Design ist sehr gelungen und der Flughafen ist nicht nur gross, sondern auch sehr schoen.
Da ich ganze 5 Naechte in Bangkok blieb und es am ersten Tag fast nur regnete, verbrachte ich den Tag im Haus und nutzte die Zeit zum Ausruhen. Das taegliche thailaendische Abendessen war zwar im Sinne der Schaerfe sehr anspruchsvoll, aber trotzdem sehr gut. Am zweiten Tag zog es mich dann in die Stadt, wo ich das Sightseeing mit Wat Phra Kaew, einem riesigen Tempel, begann. Innerhalb dieses Tempels liegt auch der ehemalige Praesidentenpalast, der Grand Palace. Innerhalb des alten Bangkoks, oestlich vom Mae Nam Chao Phraya Fluss, in welchem auch Wat Phra Kaew liegt, gibt es sehr viele Tempel, u.a. auch Wat Pho, einem Tempel, der einen riesigen, liegenden Buddha aus purem Gold beherbergt. Im alten Teil der Stadt liegt auch Chinatown mit einigen 'kleinen' Maerkten, die sich sehr weit durch enge Gassen schlaengeln und meist sehr voll und aus diesem Grund nicht gut zu durchqueren sind. Weitere Attraktionen sind Wat Saket, ein Tempel auf dem groessten Huegel der Stadt, von welchem man einen sehr guten Blick ueber die ganze Stadt hat, das sog. Democracy Monument und eine gigantische, 32 Meter grosse Buddhastatue.
Den dritten Tag verbrachte ich am Siam Square, einem Platz, an welchem sich eine riesige Shopping-Mall an die andere reiht und auf dem Chatuchak Market, einem riesigen Markt, in welchem man sich sehr leicht verlaufen kann. Das verrueckte an Siam Square ist der Fakt, dass es viele grosse Shoppingmalls gibt, in welchen man alle Designer und das teuerste vom Teuren bekommt, in der groessten Mall, der sog. MBK, bekommt man jedoch alle Fakes. Man kann also ganz normal in einer riesigen Mall nach gefaelschten Klamotten, Handys und allem erdenklichen Elektrokram shoppen. Chatuchak Market ist ein riesiger Markt etwas ausserhalb der Stadt, welchen man mit dem Skytrain jedoch ohne Probleme erreicht. Hier gibt es alles. Von gefaelschten Klamotten ueber Essen bis hin zu lebendigen Tieren. You name it, they got it!
Das wohl bekannteste an Bangkok ist jedoch das Rotlichtviertel, bestehend aus zwei Parallelstrassen, Soi Kasem San 1 und 2, welche ich mir natuerlich auch ansehen musste. Das Viertel hat sich in den letzten Jahren sicherlich sehr veraendert, denn heute findet man dort mehr neugierige Touristen, als wirkliche Sextouristen. Nichtsdestotrotz eine sehr interessante Gegend, mit einigen netten Bars, in welchen man "ungestoert" ein Bier geniessen kann. Ein weiteres Touristenviertel ist die Khao San Road, eine Strasse bekannt vor allem unter Backpackern fuer die billigen Unterkuenfte und vielen Bars. Im Grunde ist es aber nur eine kleine Partymeile mit sehr vielen Touristenfallen.
Am vierten Tag besuchte ich das sog. Jim Thompson House, ein sehr grosses Thai-House eines Amerikaners, der sich ein Imperium durch Seidenhandel aufbaute. Bekannt ist es nicht nur fuer die Thai-Architektur, sondern auch fuer die einzigartige Kunstsammlung, welche Thompson bis zu seinem Verschwinden in seinem Haus ansammelte. Nach einer groesseren Tour durch Chinatown und einigen kleinen Maerkten, die vor allem durch gefaelschte Hello-Kitty Produkte dominiert werden, wollte ich mir eigentlich noch im noerdlichen Dusit die Vimanmek Teak Mansion, das groesste Teak-Haus der Welt anschauen. Meine Plaene ertranken jedoch in einem riesigen Unwetter, welches halb Bangkok unter Wasser setzte. So verbrachte ich noch einige sichere Stunden in den Malls an Siam Square, bevor es wieder nach Hause ging.
Am naechsten Tag hiess es dann auch schon wieder Abschied und Platz im Flieger nehmen. Zusammengefasst hat mir Bangkok gut gefallen, konnte meine Erwartungen aber nicht uebertreffen. Bangkok ist eine sehr grosse, dreckige Stadt, die 24 Stunden am Tag lebt, keinen wirklichen internationalen Flair erzeugen kann, aber auch nicht wirklich traditionell thailaendisch ist. Es ist definitiv interessant und man sollte es gesehen haben, aber viel Zeit moechte ich persoenlich dort nicht verbringen.
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