An einem Mittwoch war es endlich soweit. Mein Road Trip entlang des Highway 1 von Los Angeles nach San Francisco. Meine Planungen sahen eine Uebernachtung auf dem Weg in San Luis Obispo und eine weitere in Monterey vor. Ich hatte genug Zeit, da ich das Auto erst Samstag Mittag in San Francisco abgeben musste. Ich konnte mir also sehr viel Zeit lassen. Am ersten Tag ging es bei sehr schoenem Wetter, wie man es von LA gewohnt ist, erst einmal auf dem Highway 101 Richtung Santa Barbara. Highway 1 ist auf dieser Strecke nicht unbedingt ein Muss und durch die Feuer in Malibu war die Strecke zum Teil auch gesperrt. Also ging es auf dem Highway 101 aus LA heraus Richtung Ventura. Die Strecke hat nicht so viel zu bieten, ausser einem ziemlichen grossen Outlet, der direkt auf der Strecke liegt und obwohl ich nicht vorhatte, dort zu halten, passte es doch genau in meinen Plan, eine Pause zu machen und so verbrachte ich zwei sehr schoene Stunden in den Laeden und konnte nicht anders, als meine Kreditkarte weiter zu belasten.
Nach dieser unfreiwillig langen Pause ging es weiter Richtung Santa Barbara. In Ventura laufen der Highway 101 und 1 ineinander und laufen die Kueste entlang bis hinter Santa Barbara. Meine naechste Anlaufstation, Santa Barbara ist ein wunderschoenes Kuestenstaedtchen mit einem grossen Pier, einer sehr schoenen Altstadt und einigen weiteren Sehenswuerdigkeiten. Ich parkte relativ zentral am Strand und lief erst einmal auf das grosse Pier, Stearns Wharf, welches u.a. einige Shops und Restaurants beherbergt. Danach ging es in die Altstadt, was gleichzeitig die Innenstadt ist, welche durch ihre alten, wunderschoenen, weissen Gebaeude, welche heute z.T. moderne Laeden sind, gepraegt ist. Die Stadt gibt einem ein sehr mediterranes Gefuehl. Neben einigen Museen gibt es auch ein historisches Gerichtsgebaeude mit einem begehbaren Turm, welcher einen wunderbaren Blick ueber die ganze Stadt verschafft.
Nach dieser wirklich sehr schoenen Stadt, es war mittlerweile schon Nachmittag, ging es weiter auf dem Highway 101 Richtung San Luis Obispo. Da auf der Strecke zwischen Santa Barbara und Pismo Beach der Highway 1 auch nicht an der Kueste entlanglaeuft, nahm ich wieder den schnelleren Highway 101. Genau rechtzeitig fuer den Sonnenuntergang erreichte ich wieder die Kueste in Pismo Beach und konnte so einen wundervollen Sonnenuntergang am Strand bestaunen. Danach ging es dann weiter Richtung San Luis Obispo, wo ich mich fuer eine Nacht im Hostel eingebucht hatte. Als ich nach dem Abendessen noch eine Runde durch die kleine Innenstadt drehte, traf ich zwei deutsche Studentinnen, welche in der Gegend lebten und mich noch ein wenig durch das naechtliche SLO fuehrten.
Der zweite Tag fuehrte mich von San Luis Obispo bis Monterey. Leider wollte der morgendliche Nebel an der Kueste nicht weichen und so war es den ganzen Tag deutlich kuehler und ziemlich windig. Dies war schon ein Vorbote fuer das Wetter in Nordkalifornien, welches stets um einiges kaelter ist, wie das in Suedkalifornien. Nichtsdestotrotz war es auch an diesem Tag eine erlebnisreiche Tour, welche mich an diesem Tag ganz auf dem Highway 1 an der wunderschoenen Kueste entlangfuehrte. Meine erste Anlaufstation an diesem Tag war Hearst Castle, das Privatanwesen eines frueheren Zeitungsmoguls, welcher sich seinen Wohntraum auf einem Huegel abseits der Kueste verwirklichte. Heute ist Hearst Castle ein beliebtes Touristenziel, da man sich die wunderbaren Gebaeude, die riesige private Kunstsammlung, sowie zwei unglaubliche Pools bestaunen kann. Das Anwesen ist wirklich grossartig und beherbergte zu Lebzeiten des Besitzer sogar einen eigenen Zoo, welcher tatsaechlich das ganze Anwesen einschloss, so dass man dort zu einer kleinen Safari aufbrechen und wilde Tiere beobachten konnte. Heute befinden sich nur noch wenige wilde Tiere auf dem Anwesen.
Nach diesem kleinen Abstecher ins Landesinnere ging es weiter auf dem Highway 1 Richtung Big Sur. Die Strecke verlaeuft direkt an der Kueste und ist vor allem durch steile Felsen und wunderschoene Straende gepraegt. Dieser Teil der Strecke ist wohl am schoensten und man muss wirklich alle 10 Minuten an einem der vielen Aussichtspunkte anhalten um den Ausblick zu geniessen und Bilder zu machen.
Big Sur ist gepraegt durch den Los Padres National Forest, welcher die Strecke, welche bis dahin nur von den Felsen der Kueste gepraegt ist, etwas unterbricht und ein wenig Abwechslung bietet. Hier befindet sich auch ein sehr bekanntes Restaurant und Cafe, Nepenthe, bei welchem ich eine Pause einlegte und auf dessen Terasse man bei einem kleinen Snack einen wunderbaren Blick auf die Kueste geniessen kann.
Gegen Nachmittag erreichte ich dann Carmel, ein kleines, sehr nettes Kuestenstaedtchen, welches vor allem durch seinen ehemaligen Buergermeister, Clint Eastwood, weltweit beruehmt wurde. Jedoch nicht nur dieser Umstand macht Carmel so interessant, sondern auch die kleine, wunderschoene Innenstadt mit vielen Kunstlaeden erweckt einen sehr unkonventionellen Eindruck. Der Strand ist auch wunderschoen und ist gesaeumt von vielen sehr schoenen Haeusern. Carmel ist mit Monterey durch den sog. 17-Mile Drive verbunden, einem exklusiven Kuestenteil, welcher fuer die Oeffentlichkeit nur gegen eine Gebuehr zugaenglich ist. Neben vielen exklusiven Haeusern findet man hier auch den weltberuehmten Pebble Beach, einen Golfclub direkt an der Kueste mit einem sehr exklusiven Klientel und einem sehr bekannten Clubhouse, 'The Lodge'. Weiter bietet der 17-Mile Drive einige sehr schoene Aussichtspunkte auf den Ozean an der Kueste. So genoss ich an diesem Abend den Sonnenuntergang von hieraus. Ich verlies den 17-Mile Drive auf der Seite von Monterey und bezog fuer die Nacht ein weiteres gebuchtes Hostel, bevor ich mich fuer das Abendessen und ein Bier in die Stadt aufmachte.
Das Sightseeing in Monterey hatte ich mir fuer den Morgen des dritten und letzten Tags aufgehoben. Leider war das Wetter in der Bucht von Monterey an diesem Morgen nicht besonders einladend und die Stadt hatte auch nicht so viel zu bieten, weswegen ich mich nach einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt und eines Besuches am Hafen auf den Weg Richtung Norden machte. Meine naechste Station war Santa Cruz. Die Fahrt zwischen Monterey und Santa Cruz ist zwar sehr schoen, ist aber nicht mit dem Kuestenabschnitt zwischen San Luis Obispo und Carmel zu vergleichen. Die Strecke verlaeuft zum Teil auch abseits der Kueste.
Santa Cruz ist eine kleine, sehr schoene Stadt, welche komischerweise stets das schoenste Wetter in Northern California hat, so auch an diesem Tag. Waehrend Monterey und die Strecke nach Santa Cruz recht neblig waren, schien in Santa Cruz die Sonne und es war angenehm warm. Am bekanntesten in Santa Cruz ist sicherlich der Beach Boardwalk, ein kleiner Freizeitpark direkt am wunderschoenen Strand. Desweiteren sind an der Kueste noch ein grosses Pier und viele schoene Strandhaeuser zu sehen. Die Innenstadt besteht vorwiegend aus einer Strasse, welche alle groesseren Geschaefte beherbergt. Santa Cruz, eine Universitaetsstadt, versprueht eine sehr junge, hippe und alternative Energie. Die Einheimischen sind fuer ihren entspannten Lifestyle bekannt und Surfing gehoert neben Beachvolleyball zum Sport Nummer eins.
Nach einigen enstspannenden Stunden in Santa Cruz ging es dem Endspurt entgegen. Die naechste Station war gleichzeitig mein Ziel: San Francisco. Die Strecke zwischen Santa Cruz und San Francisco ist nochmal ein Highlight mit schoenen Plaetzen wie Halfmoon Bay. Interessant ist auch die Fahrt, da gegen Ende der Highway an der felsigen Kueste sehr eng wird und am sog. 'Devil's Slide' die Strasse tatsaechlich regelmaessig ins Wasser rutscht.
Gegen 16h war es dann soweit und ich rollte aus dem Sueden auf dem Highway 1 in meinen Zielort, San Francisco, ein. Da der Verkehr so stark war, bahnte ich meinen Weg aus dem Sueden der Stadt ueber kleine Nebenstrassen in den Norden, um mein Ziel, 132 Second Ave, zu erreichen.
Am naechsten Tag musste ich mich dann auch von meinem Auto verabschieden und es Downtown wieder abgeben. Insgesamt war der Road Trip aus meiner Sicht ein voller Erfolg und ein Erlebnis, welches ich nicht missen moechte. Die Strecke bietet nicht nur Sehenswertes, sondern ist auch sehens- und vor allem Befahrenswert an sich!
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